Wärmepumpe im Altbau: Wann lohnt sie sich wirklich?

Eine Wärmepumpe braucht weder Fußbodenheizung noch ein frisch gedämmtes Haus. Entscheidend ist eine Zahl, die Sie selbst testen können.

Installateur wartet das Außengerät einer Wärmepumpe an einer Hauswand

Der Mythos vom unsanierten Altbau

Lange galt: Wärmepumpen sind etwas für Neubauten mit Fußbodenheizung. In der Praxis laufen sie heute auch in vielen älteren Häusern zuverlässig, wie sie in Mannheim und der Region zu Tausenden stehen. Ob es passt, hängt weniger vom Baujahr ab als von einer Frage: Wie heiß muss das Heizungswasser sein, damit es im Haus warm wird?

Die entscheidende Zahl: die Vorlauftemperatur

Eine Wärmepumpe arbeitet umso sparsamer, je niedriger die Vorlauftemperatur ist, also die Temperatur, mit der das Wasser in die Heizkörper fließt. Als Faustregel gilt: Kommt das Haus auch an kalten Tagen mit rund 55 °C oder weniger aus, lässt sich eine Wärmepumpe wirtschaftlich betreiben.

Das können Sie selbst ausprobieren. Stellen Sie an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur Ihrer bestehenden Heizung auf 55 °C und drehen Sie die Thermostate auf. Bleiben alle Räume angenehm warm, ist das ein gutes Zeichen. Wird es in einzelnen Zimmern kühl, wissen Sie zugleich, wo nachgebessert werden muss.

Was sich mit wenig Aufwand verbessern lässt

  • Einzelne Heizkörper gegen größere tauschen: Mehr Fläche bringt mehr Wärme bei niedrigerer Temperatur.
  • Hydraulischer Abgleich: Jeder Heizkörper bekommt genau die Wassermenge, die er braucht.
  • Oberste Geschossdecke oder Kellerdecke dämmen: vergleichsweise schnell gemacht und sofort spürbar.
  • Fenster abdichten oder tauschen, wo es zieht.

Planung: Heizlast, Aufstellort und Schall

Vor jedem Angebot steht eine Heizlastberechnung. Sie zeigt, wie viel Wärme Ihr Haus tatsächlich braucht. Eine zu große Wärmepumpe schaltet ständig ein und aus und verschleißt schneller, eine zu kleine muss an Frosttagen elektrisch nachheizen. Bei Reihen- und Doppelhäusern kommt der Aufstellort des Außengeräts dazu: Die Abstände zum Nachbarn müssen passen, und unter dem Schlafzimmerfenster steht es besser nicht.

Warum neue Wärmepumpen ab 2027 meist mit Propan arbeiten, erklären wir im Beitrag zur F-Gase-Verordnung 2027.

Und die Förderung?

Für den Heizungstausch gibt es staatliche Förderung, deren Bedingungen sich immer wieder ändern. Wir nennen deshalb hier keine Zahlen, sondern prüfen im Gespräch den aktuellen Stand für Ihr Vorhaben. Wichtig: Klären Sie die Förderung, bevor Sie einen Auftrag verbindlich vergeben.

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