Was Trinkwasserhygiene im Haus bedeutet
Bis zum Wasserzähler ist der Versorger für die Qualität des Trinkwassers verantwortlich. Ab dort beginnt die Hausinstallation, und für sie sind Eigentümer und Vermieter zuständig. Wie gut das Wasser am Hahn ist, hängt deshalb vor allem von drei Dingen ab: der Temperatur in den Leitungen, davon, ob das Wasser regelmäßig fließt, und vom Zustand der Installation.
In Mannheim kommt der Kalk dazu. Wir gehen beides der Reihe nach durch und zeigen am Ende, welche Aufbereitung sich für Ihr Haus lohnen kann.
Legionellen: wie sie entstehen
Legionellen sind Bakterien, die in geringer Zahl natürlich im Wasser vorkommen. Zum Problem werden sie, wenn sie sich in der Trinkwasserinstallation stark vermehren. Gefährlich ist vor allem das Einatmen feiner Wassertröpfchen, zum Beispiel beim Duschen. Dann können sie eine schwere Lungenentzündung auslösen. Beim Trinken ist das Risiko in der Regel gering.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts finden Legionellen zwischen 25 und 45 °C ideale Bedingungen. Oberhalb von 55 °C wird ihr Wachstum gehemmt, oberhalb von 60 °C sterben sie ab. Kritisch sind deshalb alle Stellen, an denen Wasser lauwarm wird oder lange steht: ein zu kühl eingestellter Warmwasserspeicher, schlecht gedämmte Leitungen, selten genutzte Zapfstellen und tote Leitungsstücke.
Die richtige Temperatur
Die technischen Regeln, an denen sich Fachbetriebe orientieren, geben für die zentrale Warmwasserbereitung klare Werte vor:
| Stelle | Temperatur | Warum |
|---|---|---|
| Austritt des Warmwasserspeichers | mindestens 60 °C | Legionellen sterben ab |
| Rücklauf der Zirkulation | mindestens 55 °C | Kein lauwarmer Bereich in den Leitungen |
| Kaltwasserleitung | möglichst unter 25 °C | Kaltes Wasser darf sich nicht erwärmen |
Drehen Sie die Temperatur am Speicher deshalb nicht einfach herunter, um Energie zu sparen. Viele Wärmepumpen haben eine Legionellenschaltung, die den Speicher regelmäßig stärker aufheizt. Ob und wie oft sie laufen sollte, hängt von Ihrer Anlage ab. Sprechen Sie uns an, bevor Sie diese Funktion abschalten.
Kleine Durchlauferhitzer direkt am Waschbecken oder an der Dusche sind weniger kritisch, weil dort kaum Wasser steht.
Wasser muss fließen
Stehendes Wasser ist der zweite große Risikofaktor. Mit ein paar Gewohnheiten halten Sie es in Bewegung:
- Nutzen Sie selten gebrauchte Zapfstellen, etwa im Gästebad oder im Keller, mindestens alle drei Tage kurz.
- Lassen Sie nach dem Urlaub an allen Zapfstellen kaltes und warmes Wasser laufen, bis es wieder die gewohnte Temperatur hat. Halten Sie den Duschkopf dabei so, dass Sie den Dampf nicht einatmen, und lüften Sie das Bad.
- Leitungen, die nicht mehr gebraucht werden, zum Beispiel zu einer abgebauten Spüle, sollten direkt an der Abzweigung abgetrennt werden. Sonst steht das Wasser darin dauerhaft.
- Reinigen und entkalken Sie Duschköpfe und Strahlregler regelmäßig.

Pflichten für Vermieter und Eigentümergemeinschaften
Für Mehrfamilienhäuser schreibt die Trinkwasserverordnung feste Untersuchungen vor. Das Warmwasser muss auf Legionellen untersucht werden, wenn alle drei Bedingungen zutreffen:
- Es gibt einen Warmwasserspeicher oder zentralen Durchlauferhitzer mit mehr als 400 Litern Inhalt oder mindestens eine Leitung zwischen Erwärmer und Zapfstelle mit mehr als 3 Litern Inhalt.
- Im Gebäude gibt es Duschen oder andere Stellen, an denen Wasser vernebelt wird.
- Es handelt sich nicht um ein Ein- oder Zweifamilienhaus.
Wird das Wasser im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit abgegeben, wozu nach gängiger Auslegung auch die Vermietung von Wohnungen zählt, ist die Untersuchung mindestens alle drei Jahre fällig. Die Proben nimmt eine zugelassene Untersuchungsstelle.
Werden 100 Legionellen pro 100 Milliliter erreicht, ist der technische Maßnahmenwert erreicht. Dann muss der Betreiber das Gesundheitsamt informieren, die Ursache untersuchen lassen und die nötigen Maßnahmen ergreifen (§ 51 Trinkwasserverordnung). Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine Untersuchungspflicht. Die Regeln zu Temperatur und Wasserwechsel gelten dort aus gesundheitlicher Sicht aber genauso.
Hartes Wasser: was Kalk im Haus anrichtet
Das Mannheimer Trinkwasser hat nach Angaben der MVV eine Gesamthärte von rund 20 °dH und liegt damit im Härtebereich „hart“. Gesundheitlich ist das unbedenklich. Für die Hausinstallation heißt es aber, dass sich überall dort Kalk ablagert, wo Wasser erwärmt wird: im Warmwasserspeicher, an Heizstäben, in Durchlauferhitzern und an Duschköpfen.
Verkalkte Speicher und Heizstäbe brauchen mehr Energie, Armaturen werden schwergängig, Geräte verschleißen schneller. Ablagerungen in Speichern und Armaturen erschweren außerdem die Reinigung. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Hartes Wasser in Mannheim.
Trinkwasseraufbereitung: Filter und Enthärtung
Ein Hauswasserfilter sitzt direkt hinter dem Wasserzähler. Er hält Sand, Rostpartikel und andere Schwebstoffe zurück, bevor sie in Leitungen, Armaturen und Geräte gelangen. Bei Leitungen aus Metall sehen die Normen einen solchen Filter vor, bei Kunststoffleitungen ist er empfehlenswert. Wichtig ist die Pflege: Ein Rückspülfilter sollte mindestens alle sechs Monate rückgespült werden, bei einem Filter mit Filterkerze wird die Kerze spätestens nach sechs Monaten getauscht. Sonst wird der Filter selbst zum Hygieneproblem.
Eine Enthärtungsanlage wird hinter dem Filter eingebaut. Sie tauscht Calcium und Magnesium gegen Natrium aus und stellt das Wasser auf eine mittlere Härte ein. So schützt sie Warmwasserspeicher, Leitungen und alle angeschlossenen Geräte vor Kalk. Sie braucht Regeneriersalz und eine regelmäßige Wartung nach Herstellerangabe.
Welche Kombination zu Ihrem Haus passt, hängt von der Wasserhärte, dem Rohrmaterial, der Größe des Haushalts und dem Platz im Hausanschlussraum ab. Das klären wir bei einem Termin vor Ort.

Häufige Fragen
Wie heiß muss das Warmwasser sein, um Legionellen zu vermeiden?
Bei einer zentralen Warmwasserbereitung sollte das Wasser am Speicheraustritt mindestens 60 °C haben und im Rücklauf der Zirkulation nicht unter 55 °C fallen. Kaltes Wasser sollte möglichst unter 25 °C bleiben, damit sich dort keine Keime vermehren.
Muss ich mein Einfamilienhaus auf Legionellen untersuchen lassen?
Nein, für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine Untersuchungspflicht. Achten Sie trotzdem auf eine ausreichende Warmwassertemperatur und darauf, dass das Wasser in selten genutzten Leitungen regelmäßig ausgetauscht wird.
Wie oft muss ein Vermieter auf Legionellen untersuchen lassen?
Wenn die Voraussetzungen der Trinkwasserverordnung erfüllt sind, also unter anderem eine größere Warmwasseranlage und Duschen vorhanden sind, mindestens alle drei Jahre. Die Proben nimmt eine zugelassene Untersuchungsstelle.
Was sollte ich nach dem Urlaub tun?
Lassen Sie an allen Zapfstellen kaltes und warmes Wasser laufen, bis es wieder die gewohnte Temperatur hat. An der Dusche halten Sie den Duschkopf so, dass Sie den Dampf nicht einatmen, und lüften danach das Bad.
Brauche ich in Mannheim eine Enthärtungsanlage?
Vorgeschrieben ist sie nicht. Bei hartem Wasser wie in Mannheim schützt sie aber Warmwasserspeicher, Leitungen und Geräte vor Kalk. Sinnvoll ist sie vor allem bei neuen Leitungen, einer neuen Heizung mit Warmwasserspeicher oder einem frisch sanierten Bad.
Kann ich Legionellen am Geschmack oder Geruch erkennen?
Nein. Legionellen verändern weder Aussehen noch Geschmack oder Geruch des Wassers. Ob sie in Ihrer Installation vorkommen, zeigt nur eine Laboruntersuchung durch eine zugelassene Untersuchungsstelle.
Sie haben eine Frage zu Ihrem Vorhaben?
Schildern Sie uns kurz, worum es geht. Wir melden uns mit einer Einschätzung oder einem Terminvorschlag.






